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Tesla Model 3 Standby Verbrauch

In diversen Foren berichten Besitzer eines Tesla Model 3 immer wieder über einen hohen Batterie-Verbrauch, während das Fahrzeug parkt. Dieser sogenannte Vampirverbrauch (auch als Vampirverlust, Phantomverbrauch oder Phantom Drain bekannt) ist insbesondere dann ärgerlich, wenn das Fahrzeug längere Zeit steht und nicht laden kann. Doch woher kommt der Vampirverlust eigentlich – und wie kann man ihn vermeiden? Hier ein paar Tipps.

Warum Dein Tesla im Stand Strom verbraucht

Auch, wenn Du Dein Model 3 nicht aktiv verwendest, sind immer einige Systeme aktiv. So lauschen beispielsweise Empfänger auf das Vorhalten der Schlüsselkarte oder auf die Annäherung Deines verbundenen Smartphones. Auch Alarmanlage und Sentry-Mode benötigen Strom, während das Auto parkt.

Der Strom für diese Systeme stammt aus der 12V-Batterie des Tesla, die im Frunk sitzt. Ihre Spannung wird kontinuierlich überwacht. Hat sich die 12 Volt Batterie zu einem gewissen Level entleert, wird sie über einen DC/DC-Wandler aus der Hochvolt-Batterie des Model 3 nachgeladen.

Das gemächliche Entleeren des Fahrzeugakkus im Stand ist also zunächst einmal ein ganz normaler und notwendiger Vorgang, um die 12V-Batterie nicht leer gehen zu lassen.

Wieviel Entladung ist normal?

An der Frage, wie hoch der „normale“ Tesla Model 3 Standby Verbrauch ist, scheiden sich die Geister. Meine persönliche Erfahrung ist, dass ich nahezu keinen Reichweitenverlust habe, wenn mein Fahrzeug steht. Kehre ich nach mehreren Tagen zu meinem Tesla zurück, ist die Reichweitenanzeige um 1-2 km gesunken. Ein für mich völlig akzeptabler Wert. Mein Tesla hat in der Tiefgarage jedoch weder WLAN- noch Mobilfunk-Empfang – eventuell beeinflusst das den geringen Vampirverbrauch.

Andere Nutzer berichten in Foren von Verlusten um 0,5% bis 2% pro Tag. 2% würden bei der Long Range Version ca. 1,5 kWh entsprechen, was ich schon als sehr viel empfinde.

Vamirverlust minimieren

Es gibt einige Dinge, die Du einstellen kannst, um Deinen Vampirverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren.

Sentry Mode deaktivieren: Der Sentry-Mode ist ein hilfreiches Feature des Model 3, um nachzuvollziehen, wer Deinem Auto zu nahe gekommen ist. Er ist aber auch ein wahrer Stromfresser: Während er aktiv ist, läuft der Hauprechner im Tesla kontinuierlich und verbraucht dabei ca. 250 Wh. Das entspricht einem Stromverbrauch von 6 kWh pro Tag bzw. 8% in der Long Range Variante.

Zugriff per App vermeiden: Jedes mal, wenn Du mit der Smartphone-App auf Deinen Tesla zugreifst, schickt Tesla eine SMS an Dein Fahrzeug, woraufhin dieses den Rechner aktiviert. Erst nach einer Weile legt sich das Fahrzeug wieder schlafen. In der App regelmäßig nachsehen, wie es um den Akku steht, ist also kontraproduktiv. Besser nur verwenden, wenn es wirklich notwendig ist.

Mobilen Zugriff deaktivieren: Wenn Du auf den Zugriff per App gänzlich verzichten kannst, kannst Du den mobilen Zugriff auf Deinen Tesla auch gänzlich abschalten. Das geht auf dem Touchscreen unter Fahrzeug > Sicherheit > Mobilen Zugriff ermöglichen.

Smart-Herbeirufen-Funktion deaktivieren: Die Smart Summon Funktion, die es nur im FSD-Paket gibt, scheint im Standby auch ein wenig Strom zu verbrauchen. Falls Du das FSD hast und die Funktion nicht benötigst, kannst Du die Funktion unter Fahrzeug > Autopilot abschalten.

USB-Geräte abziehen: Einige USB-Geräte wie SSDs, Festplatten und USB-Sticks brauchen mehr Strom als nötig. Du solltest einmal ausprobieren, ob Dein Standby-Verbrauch merklich sinkt, wenn Du die Geräte vom Fahrzeug trennst. Ich selbst nutze einen kleinen USB-Stick für die Dashcam, konnte bei diesem aber keinen merklichen Unterschied beim Stromverbrauch ausmachen.

Geplantes Laden deaktivieren: Das geplante Laden ist eigentlich eine nette Komfortfunktion, um Deinen Tesla pünktlich zur Abfahrt u.a. auf der richtigen Wohlfühl-Temperatur zu haben. Gerade das Heizen und Kühlen verbraucht aber massiv Energie. Wenn Du darauf verzichten kannst, kannst Du die Funktion am Touchscreen unter Laden > Geplante Abfahrtszeit deaktivieren.

Apps mit Tesla-Zugriff deaktivieren: Falls Du eine Anwendung nutzt, die auf Dein Tesla-Konto zugreifst, solltest Du diese zumindest testweise deaktivieren. Anwendungen wie TeslaFi geben Einblicke in die Statistiken und Daten Deines Model 3, wecken dieses dazu jedoch regelmäßig auf. Auf der sicheren Seite bist Du, wenn Du das Passwort Deines Tesla-Acccounts änderst. Damit können die Fremd-Anwendungen nicht mehr auf Dein Konto und somit nicht mehr auf Dein Fahrzeug zugreifen.

Unterbrochene Downloads beenden: Hängende Software-Updates können nach Berichten einiger Nutzer das Fahrzeug daran hintern, in den Standby-Modus zu wechseln. Sobald ein Update ansteht, solltest Du also dafür sorgen, dass Dein Fahrzeug eine ausreichend gute WLAN-Verbindung hat, um das Update zügig herunterzuladen.

Wenn alles nichts hilft…

Du hast alle Tipps beachtet und Dein Model 3 verbraucht dennoch weiterhin zu viel Strom im Stand? Dann solltest Du einen Termin im Service Center vereinbaren. Es ist durchaus möglich, dass ein Hardware-Problem vorliegt, bspw. eine defekte 12V Batterie oder ein Wackelkontakt.

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